Bundestag genehmigt Cannabis auf Rezept

Der Bundestag hat am 19.01.2017 Cannabis auf Rezept freigegeben. Wenn Ärzte die Cannabis in Pflanzenform verordnen, müssen Krankenkassen zukünftig die Therapie bezahlen sowie den Bezug von Cannabis aus Apotheken. Die Grundlage hierfür liefert ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums, welcher am 19.01.2017 verabschiedet wurde.




Die Entscheidung betrifft vorerst nur ein kleine Gruppen Kranker und bedürftiger menschen: Wer Cannabis auf Rezept erhalten möchte, muss auch weiterhin verschiedene grundlegende Voraussetzungen erfüllen. So ist medizinischer Hanf vorerst nur für Menschen mit einer schweren, chronischen Erkrankung vorgesehen, bei denen andere Therapien versagen oder wenig Wirkung zeigen.

Zudem wird mit der im März in Kraft tretenden Gesetzesänderung eine Begleitstudie beginnen, um die Wirkung der Therapie besser zu ergründen. Dazu übermitteln die Ärzte Daten etwa zu Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen anonymisiert an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Die Neuerung sei für viele Betroffene eine Entlastung, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). „Wem Cannabis wirklich hilft, der soll Cannabis nun auch bekommen können, in qualitätsgesicherter Form und mit einer Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen.“